Sylvia Stierstorfer: Ministerpräsident Seehofer will Notwendigkeit von Flutpoldern ergebnisoffen prüfen

15.10.2015

Landkreis. Die Sorgen und Ängste der Bevölkerung vor möglichen Flutpoldern im östlichen Landkreis Regensburg liegen bereits seit geraumer Zeit auf dem Tisch. Bei einem gemeinsamen Gesprächstermin letzte Woche in der Bayerischen Staatskanzlei bekamen die Vertreter der Interessensgemeinschaft Flutpolder die Möglichkeit, ihre Sorgen persönlich bei Ministerpräsident Horst Seehofer vorzubringen. Stierstorfer hatte den Gesprächstermin, an dem auch Landrätin Tanja Schweiger sowie der Neutraublinger Bürgermeister Heinz Kiechle teilnahmen, koordiniert. Im Anschluss zeigte sich die Abgeordnete, die sich klar gegen den Bau von Flutpoldern positioniert, sehr zufrieden: „Es wird ergebnisoffen geprüft, ob die geplanten Flutpolder an den Standorten Wörthhof und Eltheim überhaupt notwendig und sinnvoll sind oder ob sie bei einer Gesamtbetrachtung aller Maßnahmen zum Hochwasserschutz verzichtbar sind. Das hat der Ministerpräsident fest zugesagt.“ Eine wichtige Rolle spiele dabei das Grundwassermodell, das die konkreten Auswirkungen von Flutpoldern an den Standorten Wörthof und Eltheim untersuchen werde. Sollte das Gutachten im Ergebnis belegen, dass negative Beeinträchtigungen für die Bürgerinnen und Bürger entstehen, werden die Polder an den beiden nicht realisiert, erläuterte Stierstorfer die Ergebnisse des Gesprächs.

Die Politikerin hatte Seehofer bereits im Vorfeld in vielen persönlichen Gesprächen und Schreiben die, dargelegt, dass im Landkreis Regensburg im Gegensatz zu den anderen geplanten Flutpolderstandorten eine besondere Situation vorliegt: „Durch den Donauausbau ist die Region bereits stark belastet worden und uns wurde damals versprochen, dass in Zukunft nicht mehr in unsere Natur eingegriffen wird. Wenn bei uns jetzt auch noch Flutpolder gebaut werden, ist das unverhältnismäßig“, so Stierstorfer. „Wir haben unseren Solidarbeitrag für den Hochwasserschutz bereits geleistet, wir sind eine hochwasserfreie Region und wir haben unsere Hausaufgaben gemacht. Eine weitere Verschlechterung unserer Situation werden wir nicht hinnehmen.“ Stierstorfer forderte in diesem Zusammenhang, dass auch weitere dezentrale Hochwasserschutzmaßnahmen sowie ein gezieltes Staustufenmanagement eingehend geprüft werden müssten. „Wir brauchen eine Gesamtschau aller Hochwasserschutzmaßnahmen“, sagte die Abgeordnete.

Dass sich der Ministerpräsident statt der vereinbarten 60 Minuten eineinhalb Stunden Zeit nahm, wertete Stierstorfer als Signal, dass er das Thema sehr ernst nehme. Erfreut zeigte sie sich auch darüber, dass alle Gesprächsteilnehmer zu Wort kamen und ihre Bedenken vorbringen konnten. Sobald das Grundwassergutachten vorliegt, hat Seehofer ein weiteres Gespräch mit allen Beteiligten fest zugesagt. Stierstorfer wird mit Seehofer auch weiterhin in engem Kontakt bleiben und ein genaues Augenmerkt auf die weiteren Entwicklungen haben.