Flutpolder: Ministerpräsident Seehofer lud zu Gespräch in die Staatskanzlei

14.10.2015

Landkreis. Die Sorgen und Ängste der Bevölkerung vor möglichen Flutpoldern im östlichen Landkreis Regensburg liegen bereits seit geraumer Zeit auf dem Tisch. Die zurückliegenden Informationsveranstaltungen in der Region zu diesem Thema haben gezeigt, dass viele Fragen ungeklärt bleiben. Ein drängendes Problem, das die Landkreisbürgerinnen und –bürger beschäftigt, ist die Auswirkung der Polder auf die Grundwassersituation. Wie verhält sich der Grundwasserpegel, wenn die Polder geflutet werden? Wie soll verhindert werden, dass die Keller der Anwohner volllaufen? Die CSU-Landtagsabgeordnete Sylvia Stierstorfer, die in dem betroffenen Gemeindeteil Griesau wohnt und die Problematik sehr gut kennt, hat gegenüber der Bayerischen Umweltministerin Ulrike Scharf in vielen Gesprächen deutlich gemacht, dass die Auswirkungen mithilfe eines Grundwassermodells genau untersucht werden müssen.

Bei einem gemeinsamen Gesprächstermin gestern in der Bayerischen Staatskanzlei bekamen die Vertreter der Interessensgemeinschaft Flutpolder die Möglichkeit, ihre Sorgen persönlich bei Ministerpräsident Horst Seehofer vorzubringen. Stierstorfer hatte den Gesprächstermin, an dem auch Landrätin Tanja Schweiger sowie der Neutraublinger Bürgermeister Heinz Kiechle teilnahmen, koordiniert. Im Anschluss zeigte sich die Abgeordnete sehr zufrieden: „Die Grundwassersituation und die Wirksamkeit von Flutpoldern im östlichen Landkreis Regensburg werden ergebnisoffen geprüft. Das hat uns der Ministerpräsident persönlich zugesagt“, sagte Stierstorfer. Eine wichtige Rolle spiele dabei das Grundwassermodell, das in den kommenden Monaten erstellt werden soll, um die Auswirkungen von Flutpoldern auf die Grundwassersituation im östlichen Landkreis zu untersuchen. Stellt sich heraus, dass sich die derzeitige Lage weiter verschlechtert, werden die geplanten Polder nicht gebaut, erläuterte Stierstorfer die Zusage Seehofers. Dass sich der Ministerpräsident statt der vereinbarten 60 Minuten eineinhalb Stunden Zeit nahm, wertete Stierstorfer als Signal, dass er das Thema sehr ernst nehme. Sobald das Grundwassergutachten vorliege, habe Seehofer außerdem ein weiteres Gespräch mit allen Beteiligten zugesagt.